Kabarett: Schlagfertig lieferten Doris Reichenauer und Bernd Kohlhepp ein schwäbisches Gag-Feuerwerk ab.

Uhingen. Nahezu ausverkauft und das am vorletzten Tag des Jahres. Richtig schick haben sich die beiden Komiker für ihr Publikum gemacht – und dass es humortechnisch zwischen ihnen passt, unterstreichen beide mit ihren leuchtenden Komplementärfarben. Schnell wird klar, hier stehen zwei Profis auf der Bühne.
Den Beginn macht die Lady in Orange, die alle schwäbischen Klischees erfüllt, indem sie schon bruddelt, bevor sie weiß, worum es geht. Sogar ihre Alexa habe sie schwäbisch programmiert, so würde diese auf die Suche nach einem Restaurant antworten: „Nex do, mr henn no Mauldascha in dr G’friere“, verrät Doris Reichenauer, die dann von ihrer besseren Hälfte Dieter erzählt. Habe er früher „nur abends bei ihr gewohnt“, würde er jetzt tagsüber „einen auf Rentner machen, jeden Handgriff im Haushalt kommentieren und mehr in sich hineinhorchen“. Als sie ihn beim „Männerschnupfen, kurz vor dem Antrag zur Pflegestufe“ zum Doktor fahren musste, meinte dieser: „Jetzt senn ihr aber g’rad no rechtzeitig komma, oin Tag später ond es wär‘ womöglich von selber weg g’wesa“.
Während Doris Reichenauer vom ganz normalen Alltag erzählt, sitzt ihr Mitstreiter Bernd Kohlhepp alias Herr Hämmerle am Tisch und hört so lange zu, bis er im Fokus steht. Und das Multitalent aus Bempflingen hält das Publikum weiterhin im Lachmodus, wie bei seiner Vorgängerin folgt ein Gag dem nächsten. Launig erzählt er vom Kennenlernen seiner Frau an der Bushaltestelle: „Drei Minuten später ond dui wär‘ weg g’wesa … ond i Seggl bin pünktlich!“
Natürlich darf auch seine Nachbarin Frau Schwerdtfeger, die „Königin des Kandelkehrens“ und Frau mit dem „größten G’sälzvorrat südlich der Mainlinie“, nicht fehlen – „Leut, die hat ein 56-er-Träublegsälz …!“
Beide Komiker sind auf der Bühne eine Klasse für sich, überzeugen aber auch im gemeinsamen Dialog. Sei es beim schlagfertigen Improvisieren, wie bei „Franz und seiner Frau namens – sag i net“ oder beim Singen, wo insbesondere Bernd Kohlhepp sein stimmliches Talent inklusive seines Hüftschwungs beweisen kann. „Du darfsch ruhig lacha, des koschtet net extra“, motivierte Doris Reichenauer zu Beginn und gefühlt hielten sich alle daran.
Von: Sabine Ackermann, Südwestpresse