Doris Reichenauer begeistert solo in der Schützinger Festhalle. Foto: Stahlfeld

ILLINGEN-SCHÜTZINGEN. In der Schützinger Festhalle „hat‘s geschnacklt“: Doris Reichenauer, bekannt als Teil des Duos „Dui do on de Sell“, begeisterte am Samstag ihr Publikum von der ersten Minute an. Auf der Bühne der Reihe „Spatzabrettle“ präsentierte sie ihr erstes Soloprogramm.
„Jetzt hat’s gschnacklt“ hat Doris Reichenauer ihren Comedy-Abend genannt, den sie nach der Erkrankung von Partnerin Petra Binder als Solokünstlerin gestaltet. Doch was heißt da solo ? Es sind noch keine fünf Minuten vergangen, da steht der erste Mann aus dem Publikum bei der Vollblut-Schwäbin auf der Bühne. Helmut wird heftig gedrückt. Doch für den „Reigschmeckten“ gibt es wenig Hoffnung.
In dem (reifen) Alter lerne man das Schwäbisch nicht mehr, stellt Doris Reichenauer klar. Immerhin fragt sie im Laufe des Abends bei Dieter nach, ob er auch alles verstehe. „Lällabäbbel“ zum Beispiel ? So nennt die Schwäbin einen männlichen Weichling. Und davon kennt die Kabarettistin einige. Den „Ferdy“ zum Beispiel. „Der darf nirgends no“, erzählt sie, wie der Ärmste von seiner Frau „Susi“ dominiert wird. Nicht mal zum „Prostata-Stammtisch“ lasse sie ihren Ehemann gehen.
Die Besucherinnen und Besucher in der Festhalle schütten sich ein weiteres Mal aus vor Lachen. Knochentrocken und mit schwäbischem Wortwitz erzählt Doris Reichenauer Episoden aus ihrem Leben –manch einem im Saal kommt da so einiges bekannt vor. Mutter sein sei toll, Oma sein noch toller. Voller Begeisterung berichtet sie vom Enkel. Jetzt endlich sei bei ihr in allen Ecken geputzt: „I wickel ihn in Swiffer ein und dann spiela mir verstecka.“
Bei aller Begeisterung: Vor der Hochzeit der Tochter hatte es für diese einige wohlmeinende Ratschläge gegeben: „Mit einem Mann ist es wie mit einem Hund. Streichla isch ganz schee – aber en eigener . . ?“
Männer bräuchten einfach viel weniger Worte, da genügte oft ein einfaches Kopfnicken oder Kopfschütteln, stellte sie fest und wunderte sich darüber nicht. „Männer denken auch viel weniger“, folgt die nächste Pointe. Einmal mehr muss der Angetraute Dieter herhalten. Doch das stört die männlichen Besucher herzlich wenig. Die quirlige Kabarettistin und Sängerin begeistert offen-sichtlich alle Gäste restlos.

Von Ulrike Stahlfeld, Mühlacker Tagblatt