Vöhringen: Einblicke in schwäbischen Haushalt

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Nach Anweisung von Petra wird die Yoga-Übung “Der nach unten schauende Hund” ausgeführt.
Foto: Vögele, Schwarzwälder-Bote

Schwarzwälder Bote: Von Ingrid Vögele

Vöhringen. Fast pünktlich zu Fasnetsbeginn hatte die Narrenzunft ihr Programm mit ihrem traditionellen schwäbischen Abend gestartet. Zu Gast waren Doris Binder und Petra Reichenauer aus Calw, bekannt als “Dui do on de Sell” mit ihrem Programm “Das Zauberwort heißt bitte”.

Gleich der Auftritt im chicen Bühnenoutfit und Leotasche behangen mit starkem Modeschmuck, erzeugte die ersten Lacher. Und Doris ließ das Publikum wissen, das Schmuckset sei durch Wasserkraft entstanden. Sie habe so lange geplärrt, bis ihr Mann es gekauft habe.

Im Mittelpunkt der schwäbisch-praktischen Überlegungen stand die Sorge von Doris um ihren Buben Kevin, der die Mama noch dringend brauche. So ist auch die feste Freundin Joana-Luise ein Dorn im Auge und erst recht die Horrorvorstellung, dass sie bald Oma werden könne, was ihr Petra in den schillerndsten Farben ausmalte.

Man fand sich wieder in den hintersinnigen Gesprächen über die heutige Jugend, den Erinnerungen an den ersten Freund, oder im Problem der Aufklärung. Mit “Uploaden”, “Downloaden”, “kein firewall installiert”, so dass der Kevin das auch gleich verstand, wurden wahre Lachsalven ausgelöst. Pointen auf Pointen folgten. Fazit des ersten Teils: Alles im Leben hänge zusammen, wenn man sich am Po ein Haar ausreiße, fange das Auge an zu tränen.

Im zweiten Teil verfolgten die begeisterten Zuschauer die Fitnessanstrengungen mit Yoga. In der amüsanten Unterhaltung nebenher erlebte man über Petra zum Beispiel den Umgang mit der Münchner Polizei am Fasnetsdienstag. Unerschöpflich schienen die Alltagssituationen mit den unpassenden Reaktionen ihrer Männer. “Bringst mir ein Bier, du stehst gerade”, wäre ja nichts Schlimmes, wenn das Zauberwort “bitte” nicht fehlte. Die beiden schlagfertigen Damen bezogen auch immer wieder das Publikum mit ein. Selbst die unvorhergesehene Situation eines klingelnden Handys münzten sie spontan in Saalunterhaltung um. Die Gäste bogen sich vor Lachen, als am Ende Kevin übers Handy Tante Petra nach dem roten Laufstall fragte.

Die Zugabe nach frenetischem Applaus gipfelte im Rat, den die beiden dem Publikum mitgaben: “Fahret auf em Gehweg hoim, die meiste Unfäll passieret auf der Straß.”

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