Schwäbischer Spaß im Kapuziner mit “Dui do on de Sell”

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Petra Binder und Doris Reichenauer geben bei Kultur im Kapuziner tiefe Einblicke in ihre Wechseljahre.

Der beste Satz kam zuletzt im Programm, hier aber zuerst: “Wir kommen 2017 wieder.” “Dui do on de Sell” sind Petra Binder und Doris Reichenauer. Die Neuen bei Kultur im Kapuziner wurden in der Pause schon für 2017 gebucht. Dabei sagte Veranstalter Reinhard Weigelt bei der Begrüßung noch zum Publikum: “Ich hab keine Ahnung, was kommt, aber Sie haben Ahnung.” Das Publikum musste eine Vorahnung gehabt haben, was da angesagt war: die Veranstaltung war restlos ausverkauft. Binder und Reichenauer sind ja auch nicht wirklich Unbekannte, vielleicht bis Mittwoch in Überlingen. Aber jetzt sind sie in Überlingen angekommen, und auch in ihren Wechseljahren, in ihrem Programm.

“Ich schwitz wie ein Dackel.” Die Wechseljahre haben Doris Reichenauer eiskalt erwischt, ständig ist ihr zu heiß, sie spricht von Temperaturschwankungen von 50 Grad. “Eiskalte Fiß han i und mit de Hend könnt i Dampfbügle.” Wechseljahre sind für Reichenauer und Binder auch Jahre des Wechsels: Beide haben sich von ihren Männern getrennt. Und ein neuer Mann muss her. Das ist gar nicht so einfach: “Männer haben keine Wechseljahre, die werden ja nur sieben Jahre und wachsen dann nur noch.” Die Rolle der Männer im Baumarkt ist ein Knaller, und auch diese Erkenntnis: “Je älter die Männer werden, umso größer wird deren Jagdgebiet, auch wenn die Munition längst verschossen ist.” Petra Binders jüngster Besuch beim Frauenarzt war ebenfalls Thema: Der attestierte ihr, dass sie sich wohl extra hübsch gemacht hätte. Erst zuhause merkte sie, dass sie morgens das Intimspray mit dem Glitzerspray von der Fasnet verwechselt hatte: “Ich lag da vorm Doktor wie ein Weihnachtsmann.”

Als Chantal23 und Denise haben sie sich im Internet angemeldet und versuchen dort ihr Glück, doch Doris Reichenauer hält nichts davon. Sie will ihn sehen, den neuen Mann: In der ersten Reihe findet sie ihn, er heißt Karlheinz, ist leider schon vergeben und zu groß. Aber sein glatzköpfiges Solardach sei praktisch: “Tagsüber scheint die Sonne drauf, abends hast Du warmes Wasser.” Mit den neuen Männern hat es an diesem Abend nicht geklappt, aber das Publikum hatte großen Spaß.

Südkurier von Dieter Leder

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