Freudenstadt-Zwieselberg: Viel Beifall für Gute-Laune-Programm

Schwäbische Kabarettistinnen »Dui do on de Sell« begeistern zahlreiche Besucher beim Zwieselberger Sommerfest

Freudenstadt-Zwieselberg.

Schwäbisch, fetzig und humorvoll gestalteten die Zwieselberger ihr nunmehr 36. Sommerfest. Mit der Verpflichtung der beiden Komödiantinnen Petra Binder und Doris Reichenauer alias »Dui do on de Sell« landeten die Organisatoren einen Volltreffer.

Den umjubelten Höhepunkt bestritten die charmanten Damen bereits am ersten Abend mit ihrem Programm »Das Zauberwort heißt ›Bitte‹«.

Im voll besetzten Festzelt begrüßte Mitinitiator Klaus Armbruster mehr als 200 gut gelaunte Gäste. Mit den schwäbischen Kabarettistinnen habe man den richtigen Riecher gehabt, das zeige der Zustrom der vielen Besucher von nah und fern, freute er sich. Es war im Übrigen das erste Mal, dass sich das Sommerfest über insgesamt drei Tage erstreckte und mit Comedy eröffnet wurde. Im andauernden Dialog, frech und einfallsreich, lieferten die Frauen dem vergnügten Publikum mehr als zwei Stunden lang essenzielle Lebensweisheiten. Ihre Hilfsmittel waren humoristische Geschichten aus dem Alltag, der neben Shoppen, Friseur und Yoga auch aus kleinen und großen Wehwehchen besteht: Die eventuelle Schwangerschaft der 19-jährigen Fast-Schwiegertochter Joanna-Luise, die im blühenden Alter von 50 Jahren Oma-Gefühle weckt, kam dem Publikum – größtenteils auf ähnlichem Altersniveau – gerade recht. Auch wie frau mit Hilfe von Wasserkraft zu neuem Glanz kommt, sorgte für anhaltende Lachsalven: »Ich hab so lang geheult, bis er mir den Schmuck gekauft hat«, erklärte Doris Reichenauer. Ein wiederkehrendes Ziel der weiblichen Humoroffensive war freilich das männliche Geschlecht. Der Ex-Gatte aus Bielefeld, der beim »Abloaden « vergessen hatte, »den Firewall« zu installieren, sei schuld, zumindest an den Sorgen, die sie derzeit mit Sohn Kevin habe. Auch die rezeptpflichtigen »Universalkügele«, die eigentlich den weiblichen Wechseljahren den Garaus machen sollten, stattdessen aber Ehemann Gerhard seit sieben Tagen stricken lassen, ließen herzhaft lachen.

Dass auch die Selbstironie nicht zu kurz kam, machte den sympathischen Zungenschlag aus, den die beiden im gesamten Programm an den Tag legten. Am Lautstärkepegel des Gelächters war abzulesen, dass das Publikum nur zu genau wusste, wovon die Schwäbinnen wortgewaltig erzählten. Die Bedeutung der Bewegung, um die durchschnittliche Lebenserwartung zu erhöhen, müsste den vielen weiblichen Besuchern bekannt vorgekommen sein. »Wenn Laufen das Leben verlängert, müsste mein Briefträger unsterblich sein«, begriff Petra Binder schließlich. Überhaupt bedeute Altwerden, wenn man beim Schuhebinden daran denke, was man noch gleich alles erledigen könne, wenn man schon ganz unten sei, witzelte die Komikerin. Am Ende kam die Erkenntnis, dass ein Mann drei Dinge im Leben braucht: ein Haus, einen Baum, ein Kind – und das Zauberwort heißt eben »Bitte«.

Der lange Beifall für ein gelungenes Gute-Laune-Programm galt neben den Akteurinnen auch den beiden Organisatoren Michael Wälde und Klaus Armbruster mit ihren über 25 Helfern. Mit viel Musik ging es weiter: Der Musikverein Wittlensweiler sorgte am Samstagnachmittag genauso für Stimmung wie die Partyband Achertäler am Abend. Zum Festausklang am Sonntag gab Hüttenorgler Roland Epting sein Bestes.

Von Petra Haubold, Schwarzwälder Bote

02.07.2013

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