Das Duo „Dui do on de Sell“ sorgt für ein ausverkauftes Haus

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Komikerinnen punkten mit trockenem Humor

 Illingen-Schützingen. Das spricht für sich: Doris Reichenauer und Petra Binder füllten am Wochenende gleich zweimal mit ihrem Programm „Wechseljahre“ die Schützinger Festhalle mit 160 Gästen. „Ausverkauft!“ hieß es am Samstag und am Sonntag beim Auftritt von „Dui do on de Sell“ in der Reihe „Spatzabrettle“.
 In den „Wechseljahren“: Petra Binder (li.) und Doris Reichenauer. Foto: Stahlfeld


In den „Wechseljahren“: Petra Binder (li.) und Doris Reichenauer. Foto: Stahlfeld

 

Zwei Frauen schwitzend in den Wechseljahren brauchen keine Aufwärmphase. Und so kommen die beiden schlagfertigen Schwäbinnen aus Gechingen vom ersten Moment an auf den Punkt. Vor voll besetzten Reihen beendet Petra am Smartphone ihre Beziehung zu Dieter. Das Problem seien nicht die Hormone. „Du bist das Problem“, stellt sie fest und fächert sich Luft zu. Eiskalte Füße, „und mit den Händen konnte ich Dampfbügeln“: So beschreibt sie ihren körperlichen Zustand. Schnell wird klar: Auch Petra und „ihr Gerhard“ sind Vergangenheit, und so begleitet das Schützinger Publikum zwei Ü50-Single auf ihren stimmungsschwankenden, hormongesteuerten Weg durch Höhen und Tiefen in ein neues Leben.

Bestandsaufnahme und der kritische Blick in den Spiegel des Smartphones: „Unter den Augen könnte man Geranien einpflanzen“, fällt das Urteil wenig schmeichelhaft aus. Was tun, wenn der Schönheitschirurg plötzlich so viel Arbeit hat, als sei er in einer Änderungsschneiderei tätig?

Am Wendepunkt ihres Lebens blicken die beiden Komikerinnen zurück und erkunden ihre neue Freiheit. An Männern fehlt es scheinbar nicht. „Mann gesucht“ hatte Petra in einer Anzeige formuliert und 100 Zuschriften mit stets der gleichen Antwort bekommen: „Bitte nehmen Sie meinen!“ Der knochentrockene Humor des Duos macht vor den Herren der Schöpfung nicht Halt. Auch die Männer, vereinzelt auch die im Publikum, bekommen ihr Fett ab. Klar, der Mann habe keine Probleme mit den Wechseljahren: „Die kommen aus der Pubertät nicht raus.“

„Die werden irgendwann sieben Jahre alt, und dann wachsen sie bloß noch“, stellen die beiden fest und lassen das Publikum schonungslos an ihrem Alltag teilhaben. „Sie werden sich erschreckend wiedererkennen“, waren die Gäste im „Spatzabrettle“ eingangs gewarnt worden. Und es kam, wie es kommen musste. Das Publikum lacht über lebensnahe Dialoge und damit auch manchmal ein wenig über sich selbst. Doch genau das scheint die Kunst zu sein, die Doris Reichenauer und Petra Binder so erfolgreich macht. Es gelingt ihnen, den Wahnsinn des Lebens auf umwerfend humorvolle Art und Weise und doch so messerscharf auf die Bühne zu bringen.

 

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 15. November 2016, 00:00 Uhr
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