Bad Dürrheim: ausverkauftes Haus des Bürgers

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Bad Dürrheim (kal). Mit ihrem neuen Bühnenprogramm “Reg mi net uf” startete das Damen-Duo “Dui do on de Sell” die diesjährige Veranstaltungsreihe “Kultur im Club”. Die beiden Comedians Petra Binder und Doris Reichenauer lockten eine große Publikumsschar an, denn der Siedersaal im Haus des Bürgers war mit 450 Personen bis auf den letzten Platz belegt.

 Ganz “normale” Alltagssituationen wurden den Zuhörern auf charmante und witzige Weise in Schwäbisch vorgetragen. Und dabei wurde deutlich, über wie viele Dinge sich der Mensch aufregen kann, wenn er das möchte. Beide Damen hatten sehr darunter zu leiden, dass ihre Ehemänner in Altersteilzeit gingen und nun zu Hause das Zepter schwingen wollten. “Ich wollte ja mit meinen Gerhard alt werden, aber doch nicht so schnell”, beklagte sich Petra Binder. Gerhard, inzwischen recht rund geworden, könne alles und wisse alles, aber sie mache alles. An einem überlangen Schal strickend berichtet sie vom Urlaub in Frankreich, in dem ihr Angetrauter sich statt mit Sonnenmilch mit Enthaarungscreme eingerieben hat und sie ihn danach kaum noch wiedererkannte.

“Viele Paare wären nicht zusammen, wenn sich am frühen Morgen kennengelernt hätten”, resultierte die dunkelhaarige Schwäbin und verteilte an das Publikum rote “Bepperle”, damit wichtige Erledigungen nicht vergessen werden.

Ihre blonde Gefährtin, die mit den Beinen baumelnd unentwegt rote Luftballons aufblies, beklagte sich, dass sie zu Hause nichts mehr zu tun habe. Ihr Dieter mache alles. Täglich sauge er stundenlang die Wohnung. “Zum Glück sind die Kinder groß, und wir haben keinen Hamster”, freute sie sich. Dass er sich nun auch noch von ihr erklären ließ, wie die Waschmaschine zu bedienen sei, regte sie natürlich auch auf. Und noch schlimmer sei es beim Einkauf, da habe sie gar nichts zu sagen. Vor lauter Langeweile verschiebe sie die Einkaufswägen der anderen Kunden. Und ganz verrückt werde sie beim Einparken, weil Dieter ihr ein Auto mit Einparkhilfe gekauft habe. “Das Ding piepst wie verrückt und ich muss dabei die Arme in die Luft strecken.”

Mit glänzenden Augen berichteten beide von ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Shoppen in der Fußgängerzone. Natürlich ohne Männer. Die zum Glück nicht gerne shoppen, würden aber auch kein Verständnis für die mutig gekauften heißen Dessous zeigen.

Immer wurde das Publikum in der ersten Reihe mit einbezogen, was im Saal für Lachsalven sorgte. “Hast du deinen Traummann gefunden? Und warum hast du dann den genommen, der neben dir sitzt?”, wurde eine Zuhörerin gefragt. Für Aufregung sorgt auch das Internet, klagten die Damen. Alles wird nur noch im Internet eingekauft.

“Am besten, auch noch die Kinder in allen Größen bei Amazon bestellen. Das ist nicht schlecht, da kann man sie wieder zurückgeben, wenn man mit ihnen nicht klar kommt.”

Natürlich wurde auch über die Figur geschwätzt. Sport treiben, naja. Doch am liebsten Ritter-Sport. “Bei uns stehen sämtliche Fitnessgeräte rum, wenn ich aufräumen würde, käme ich da ran”, gesteht Doris, und Petra freut sich, dass ihr Gerhard sich überhaupt nicht an ihren überflüssigen Pfunden stört.

Das Publikum indes freute sich über zwei unterhaltsame und humorvolle Stunden und bedankte sich mit einem donnernden Applaus.

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