28.11.2017: Standing Ovations beim ausverkauften Auftritt von „Dui do on de Sell“

Sie haben „a Gosch wia Schwert“: Petra Binder und Doris Reichenauer – besser bekannt als Comedy-Duo „Dui do on de Sell“. Zum Abschluss des 125-jährigen Jubiläums des Naturheilvereins Pforzheim zeigten sie ihr Programm „Reg mi net uf“ im vollbesetzten Kulturhaus Osterfeld.

Clever, hintersinnig und mit bissigem Humor lesen die beiden gestandenen Frauen ihren imaginären Ehemännern – Gerhard und Dieter – nach allen Regeln der Kunst die Leviten. Altersteilzeit für Männer, da sind sich die Comedy-Damen einig, könne nur jemand eingefallen sein, der „nicht an die Frau daheim gedacht hat“.Petra Binder klagt, bei ihr habe sich seit einem halben Jahr alles verändert: „Uff oi Mol haschd de Mo da hoim. Weischt, für immer!“. Natürlich habe sie mit ihrem Gerhard zusammen alt werden wollen, bekennt die in Wildberg ansässige Humoristin, „abr doch no net so bald!“. „Der regt mi so uff, des könnt ihr euch ned vorschdella“, springt ihr Doris Reichenauer aus Gechingen bei. Das Schlimmste sei, so fährt Petra Binder fort, dass man sich gleich morgens gleich nach dem Aufwachen so „ungerichded“ sehe. Sie sind sich einig: „Viele Paare wären gar nicht zusammen gekommen, wenn sie sich morgens kennengelernt hätten“. An eine Zuschauerin in der ersten Reihe gewandt, konstatiert Binder: „Du schaust so glücklich aus! Aber, gell, deiner schafft no?“. Lachen und Prusten im großen Saal des Osterfelds.
Überwiegend.In der Folge entwickeln die Schwäbinnen ein scharfzüngiges Männer-Bashing, bei dem das vermeintlich starke Geschlecht ziemlich zerpflückt wird: Männerschnupfen, Online-Kalender-Abhängigkeit, Ehebett: Suche nach der Fernbedienung, statt Liebesspiel und männliche Fehleinkäufe, beispielsweise Bio-Klopapier, sind die bewährten Themen, mit denen „Dui do on de Sell“ die Lachmuskeln ihres Publikums in Schwingungen versetzen.
Es mutet schon so ein bisschen an wie die weibliche Antwort auf Waldorf und Statler aus der „Muppet Show“, wie die Humoristinnen, lässig auf einem Tisch sitzend, einen Giftpfeil nach dem andern auf ihre abwesenden, aber dennoch nervenden Männer abfeuern.
 

In der zweiten Programmhälfte bleiben die Ehemänner im Visier. Aber auch andere Familienmitglieder bekommen ihr Fett ab, denn die seien, aus Sicht der beiden geplagten Hausfrauen alle „Ufos – unglaublich faule Objekte“: Söhne, Schwiegermütter und Töchter gleichermaßen. Mit der Bemerkung, „wir gehen jetzt heim, und lassen den Wein so laut atmen, dass die Nachbarn denken, wir hätten Sex“ läuten die Comedy-Ladies das humoristische Finale im Kulturhaus ein, bei dem sie die längst zwerchfell-strapazierten Zuschauer mit mehreren Zugaben geschlossen auf die Beine bringen. Doris Reichenauer hält die stehenden Ovationen des Pforzheimer Publikums sogar per Selfie fest.

Pforzheimer Zeitung: Autor: Robin Daniel Frommer

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