Petra Binder, Hansy Vogt und Doris Reichenauer begeisterten ihr Publikum in der Sulzer Stadthalle. Foto: Schwind

Das Comedy-Duo blickte bei ihrem Auftritt auf ihre Erfolgsgeschichte zurück. Mit einem besonderem Gast sorgten die Künstler für reichlich Lacher im Publikum.

Sulz – Doris Reichenauer und Petra Binder alias „Dui do on de Sell“ – für Nicht-Schwaben: „Die Eine und die Andere“ – sind derzeit auf ihrer 20-jährigen Jubiläumstour und machten Station in der Stadthalle, wo sie von 350 Besuchern empfangen wurden.

Comedy vom Feinsten

Mit im Gepäck hatten sie Hansy Vogt, den Band-Leader der Musikgruppe „Die Feldberger“, Moderator beim SWR und bestens bekannt in seiner Paraderolle die „Frau Wäber“. Wenn jetzt zwei schwäbische „Schwertgoschen“ auf einen Badener, der auch nicht auf die „Gosch“ gefallen ist, treffen, kann nur Comedy vom Feinsten angesagt sein.

Es war eine etwas andere Veranstaltung, bei der das Publikum auf eine Zeitreise durch die 20-jährige Erfolgsgeschichte der beiden „Kaiserinnen des Mundart-Kabaretts“ mitgenommen wurde.

Ehemänner im Visier

Ein fester Bestandteil ihrer Shows sind die Ehemänner, die regelmäßig ihr Fett abbekommen. Die beiden Kabarettistinnen können aber auch mal „emotional“ und „traurig“ sein, etwa wenn sie bei einer Firmenfeier für Stripperinnen gehalten werden. Gerührt waren sie allerdings über die Aussage eines ergriffenen älteren Herren: „Es ist eine Gottesgabe, Leute so zum Lachen zu bringen“.

Doch zunächst ging es zurück, als vor 20 Jahren alles begann. „Do kommt ja dui do dann ist de sell au nemme weit“ – so sollen sie bei einem ihrer ersten Auftritte empfangen worden sein und ihr Name war geboren. Mit ihrer Theatergruppe „Stäffelesrutscher“ sollten sie in Calw auftreten, doch nach und nach sagten alle Mitspieler krankheitsbedingt ab, bis Petra und Doris alleine da standen.

Der Kartoffelsalat war schon fertig

Doch den Auftritt abzusagen kam für sie nicht in Frage, schließlich war ja der Kartoffelsalat schon gemacht. Mit diesem Auftritt begann ihr Siegeszug. Durch Buchungen zu Geburtstags-, Privat- und Firmenfeiern, bei denen die beiden auch mal mit echten Putzfrauen verwechselt wurden, wurden sie schnell bekannt. Mit einem Auftritt auf der Insel Mainau und in einem im Fünf-Sterne Hotel am Tegernsee – „Je vornehmer die Gesellschaft war, desto besser kamen wir an“ – schritten sie weiter auf ihrem Karriereweg.

Als dann Alwin Braig von der „Mäulesmühle“ anklopfte und die ersten Fernsehaufzeichnungen gemacht wurden, war der Durchbruch gelungen. Auf ihrem vorläufigen Zenit angekommen sind die beiden, als sich in der Corona-Zeit der SWR meldete und ihnen mit der Wohnzimmer-Comedy ein eigenes Fernsehformat verschaffte.

Prominente Gratulanten

In Sulz marschierten sie, wie vor 20 Jahren, in bunter Kittelschürze und Kopftuch, das Publikum neckend, durch die Stadthalle auf die Bühne, wo sie nach einem Eierlikörchen so manche Anekdote zum Besten gaben. Hansy Vogt war an diesem Abend für die musikalische Umrahmung zuständig, steuerte aber auch lustige Geschichten aus dem Leben bei.

Immer wieder wurden prominente Gratulanten, die den beiden inzwischen in Schale geworfenen Damen Glückwünsche überbrachten, auf der Leinwand eingespielt. Interessant an diesem Abend waren auch die Einspieler früherer Shows.

Aber auch live hatten sie ihre Klassiker mit dabei. Da träumte Petra von ihrem Traummann. Einer, der sie „packt und im Schlafzimmer aufs Bett wirft und das Haus putzt während sie schläft.“ Mit Fingerspitzengefühl und ihrer Spontanität banden sie immer wieder das Publikum mit ein. Das Trio zündete an diesem Abend ein dreistündiges Comedy-Feuerwerk der Extraklasse, wofür ein langanhaltender Applaus ihr Lohn war.

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