Das badisch-schwäbische Freundschaftsspiel funktionierte beispielhaft: Hansy Vogt und die das schwäbische Duo »Dui do on de Sell« boten auf Einladung der SWEG mit gespielten Alltagssituationen  Comedy vom Feinsten in der Sulzberghalle.

Gleich mehrere Erfolgsgaranten lassen sich für den Auftritt am Freitagabend in der Sulzberghalle finden. Denn beim »Freundschaftsspiel badisch-schwäbische Zusammenkunft« stimmte die Chemie zwischen den Badnern und den Schwaben auf der Bühne.

Der mittlerweile in der Ortenau beheimatete  Schwarzwälder Entertainer Hansy Vogt aus Altglashütten nahm es mit den beiden Schwäbinnen Birgit Binder und Doris Reichenauer auf. Besser bekannt sind die beiden Künstlerinnen als das Comedy-Duo »Dui do on de Sell«. Einzig der Künstlername des Duos dürfte bei der badischen Übermacht in der mit 450 Zuschauern besetzten Sulzberghalle so manchen vor Rätseln gestellt haben. »Die Eine und die Andere« heißt es frei übersetzt, klärte Birgit Binder im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger schließlich auf. Doch dies war die einzige Sprachbarriere.

Den ganzen Abend über verstanden sich die drei Künstler auf der Bühne prächtig. Nichts zu spüren von der badisch-schwäbischen Rivalität, auch nicht beim Publikum. Die Programmbezeichnung »Freundschaftsspiel« war nicht aus der Luft gegriffen. Die Lachmuskeln hatten keine Chance, nicht in Wallung zu geraten. Mehr noch: Für die Folgetage dürfte Lach-Muskelkater gedroht haben.

Einzelne Kracher

Die Dialoge untereinander waren geprägt von Selbstironie, Situationskomik und Mimik.  Locker und in bester Laune präsentierten die Künstler Episoden aus dem Alltag. Spätestens auf den zweiten Blick, etwa bei Luftholen zwischen den einzelnen Krachern, dürfte sich so mancher in einigen Szenen selbst entdeckt haben. Denn das Bühnenszenario war geprägt von Ehe- und Familienalltag. Es wurde gelästert was der Geschlechterzwist so hergeben kann. Nach rund 30 Ehejahren verstand es das Schwaben-Duo perfekt, so manche Unterschiede zwischen Mann und Frau humorvoll darzustellen, ohne hierbei die Realität zu vergessen.

Für eine langanhaltende Ehe hatten die beiden Schwäbinnen dann auch gleich noch den ultimativen Tipp in Sachen »Shopping« parat: »Die Frau muss so viel ausgeben, damit sich der Mann keine zweite Frau leisten kann.« Tosender Applaus, nicht nur von weiblichen Händen, war die Folge.
Schwarzwald-Sunnyboy Vogt brachte gleich mehrere Ehe-Episoden singend und mit der Gitarre unter das bestens gelaunte Publikum. Hierbei gab er auch Einblicke in seine Schulzeit, sein Wirken als Ministrant. Und von »Oma Emma« wusste der Strahlemann auch aus dem Familien-Nähkästen zu plaudern. Noch bevor sich das Schwaben-Duo in Sachen bissigen Wortwechseln so richtig auf ihren »Alten« einschoss, begeistere Vogt als Bauchredner mit Hase Felix. Im Gespräch mit dem Lahrer Anzeiger bestätigte auch er: »Alle Geschichten sind aus dem Leben gegriffen, jedoch kabarettistisch überspitzt aufgeführt.«

Für das Motto des Abends hatte die Fusion der SWEG Lahr mit der Hohenzollerischen Landesbahn gesorgt. Vorstandsvorsitzender Johannes Müller wollte mit dem Comedy-Abend die Fusion, naturgemäß eine »trockene und formale Angelegenheit«, auf unterhaltsame Weise feiern. Die Karten für die Veranstaltung waren von der SWEG verlost worden.

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